Größere Karte anzeigen

Übersicht

Die Siedlung Lahr entstand um den Storchenturm Lahr, eine Tiefburg der Geroldsecker aus dem Jahre 1220, und wurde vermutlich 1278 zur Stadt erhoben. Das 1377 erneuerte Stadtprivileg bildete bis zum Ende des Heiligen Römischen Reichs den Eckpfeiler der städtischen Freiheiten und erlaubte im 18. Jahrhundert wegen seiner deutlichen Steuerprivilegien den Aufschwung der Stadt als Handelszentrum.

Schon von 1898 bis 1919 sowie von 1936 bis 1945 war Lahr Garnisonsstadt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Lahr Stützpunkt französischer Streitkräfte (bis zum NATO-Austritt Frankreichs). Von 1969 bis in die 1990er Jahre hatte das Hauptquartier der kanadischen NATO-Streitkräfte in Europa hier seinen Sitz. Durch den anschließenden Zuzug ehemaliger Russlanddeutscher bzw. Spätaussiedler, insgesamt 9000 Menschen, und von ca. 4000 Menschen anderer Nationalitäten hat derzeit etwa jeder vierte Bürger Lahrs einen Geburtsort im Gebiet der ehemaligen Sowjetunion. Nach dem Abzug der kanadischen Streitkräfte blieb eine kleine Gemeinde kanadischer Bürger – ca. 200 meist ehemalige Zivilangestellte des Militärs – in Lahr zurück.

Bereits 1939 war Lahr Kreisstadt des aus dem bisherigen Bezirksamt Lahr hervorgegangenen Landkreises Lahr geworden, der später das Kfz-Kennzeichen „LR“ bekam. Bei der Kreisreform zum 1. Januar 1973 wurde der Landkreis Lahr aufgelöst und seine Gemeinden dem neu gebildeten Ortenaukreis zugeordnet. Lahr war somit die mit Abstand größte Stadt im ehemaligen Regierungsbezirk Südbaden (Freiburg), die ihren gleichnamigen Landkreis und dessen Kreissitz verloren hatte.

Während des Novemberpogroms 1938 wurden von Mitgliedern der Gebietsführerschule der Hitlerjugend Schaufenster eingeschlagen und jüdische Wohnungen geplündert und Kultgegenstände aus dem Betraum geworfen. Zusammen mit jüdischen Einwohnern aus nahegelegenen Dörfern wurden die jüdischen Bürger mit LKWs durch die Straßen Stadt gefahren und zur Schau gestellt, wobei Schulklassen Spalier stehen mussten. Einige jüdische Bürger wurden in das KZ Dachau deportiert. Die verbliebenen jüdischen Bürger wurden im „Judenhaus“ in der Schlossergasse untergebracht. Am 22. Oktober 1940 wurden die noch in Lahr lebenden jüdischen Einwohner zusammen mit über 6.000 badischen und pfälzischen Juden im Rahmen der „Wagner-Bürkel-Aktion“ in das südfranzösische Internierungslager Gurs deportiert.

Seit 1988 erinnert eine Gedenktafel an einem Gebäude in der Bismarckstraße an die jüdischen Einwohner von Lahr. Ein Mahnmal für die Opfer der Deportationen befindet sich am Friedrich-Ebert-Platz.

https://de.wikipedia.org/wiki/Lahr/Schwarzwald

Bau

Baum Betty geb. Meier
* 31.03.1900
Nonnenweier
Lahr (Amsterdam & Karlsruhe)
Baden-Württemberg, Regierungsbezirk Freiburg, Landkreis Ortenaukreis
.
Deportation
27.04.1943 Westerbork - Vernichtungslager Sobibor
Todesdatum/-ort 30.04.1943 Vernichtungslager Sobibor
Baum Leo Samuel
* 29.08.1889 Nonnenweier
Lahr (Amsterdam & Karlsruhe)
Baden-Württemberg, Regierungsbezirk Freiburg, Landkreis Ortenaukreis
.
Deportation
27.04.1943 Westerbork - Vernichtungslager Sobibor
Todesdatum/-ort 30.04.1943 Vernichtungslager Sobibor
Baum Margot
* 07.10.1927 Lahr
Karlsruhe (Amsterdam)
Baden-Württemberg, Regierungsbezirk Karlsruhe, Landkreis Karlsruhe
.
Emigration 1935 in die Niederlande
Deportation 27.04.1943 Westerbork - Vernichtungslager Sobibór
Todesdatum/-ort 30.04.1943 Vernichtungslager Sobibór

Täter und Mitläufer 1933-1945

SS-Unterscharführer
Wiegert Max
* 04.03.1909 in Lahr
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz